Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Institut für Analyse, Theorie und Geschichte der Musik
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Konzept Motivation für den Zusammenschluß war vor allem, daß Analyse, Theorie und Geschichte der Musik eng miteinander verbundene Formen der Auseinandersetzung mit demselben Gegenstand und deshalb sinnvoller Weise nicht als eigenständige Fächer, sondern als Teildisziplinen eines gemeinsamen Fachs, der (historischen) Musikwissenschaft, aufzufassen sind. Die Bildung eines solchen Instituts bedeutet in der Praxis eine vermehrte Möglichkeit zur Diskussion der spezifischen Anforderungen musikwissenschaftlicher Arbeit (Lehre und Forschung) im Rahmen künstlerischer Universitätsbildung; weiterhin eine größere Flexibilität in der Setzung persönlicher Interessensschwerpunkte für jede(n) Einzelne(n) (in der Vergangenheit hat sich ein allzu enger Fachbegriff vor allem für den sogenannten universitären Mittelbau oft als hinderlich für das berufliche Fortkommen herausgestellt). Schließlich eröffnet ein großes Institut organisatorische Vorteile, da die administrativen Aufgaben auf ein größeres Team von Mitarbeitern verteilt werden können. Einige potentielle Vorteile des Zusammenschlusses wie die verstärkte gemeinsame Nutzung von Ressourcen (Geräten, Räumen, Archiv und Hand-Bibliothek) oder die Intensivierung direkter Kommunikation kommen durch die bestehende und auf Weiteres festgeschriebene räumliche Aufsplitterung des Instituts auf drei der 24 Universitäts-Gebäude (Schubertring, Lothringerstraße und Ungargasse) nicht in erwünschtem Maß zum Tragen. Das Institut hat – als einziges an der Musikuniversität – Lehrveranstaltungen im ganzen Umfang des von ihm vertretenen Faches für alle (insgesamt 34) Studienrichtungen mit Ausnahme von Schauspiel und Film bzw. Fernsehen anzubieten. Maßgeblich für die Gestaltung dieses umfangreichen Angebotes von 141 Semesterwochenstunden ist das Prinzip der forschungsgeleiteten Lehre als konsequente Umsetzung der vom Gesetzgeber geforderten Einheit von Forschung und Lehre. Auch dabei kommt die notwendige Pluralität der verschiedenen Standpunkte, Methoden und Interessensgebiete zum Tragen, nicht zuletzt indem sämtliche Institutsmitglieder nach und nach in allen Curricula tätig sein werden. Die spezifische Konzeption der Lehre in Inhalt und Methodik erklärt sich aus der Tatsache, daß an der Musikuniversität keine Wissenschaftler ausgebildet werden, jedenfalls nicht im Rahmen der Diplomstudien. Kunst und Kunstwissenschaft sind eng aufeinander verwiesen. Die theoretisch-wissenschaftliche Befassung mit Kunst ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Ausbildung zum Künstler. Dies gilt angesichts der erschwerten Bedingungen auf dem Musikmarkt umso mehr, ermöglicht es doch dem Einzelnen im Bewußtsein bestehender Möglichkeiten das Auffinden persönlicher Schwerpunkte und damit die entsprechende Positionierung auch abseits herkömmlicher Karriereschemata. Mit der Einführung des Doktoratsstudiums zählt zu den Aufgaben des Instituts aber auch eine spezifisch musikwissenschaftliche Ausbildung. Den Vorteil einer Kunstuniversität, beide Bereiche „unter einem Dach“ zu vereinigen, will das Institut (wie schon seine Vorgängereinrichtungen) durch Kooperation mit Vertretern der künstlerischen Fächer gezielt nutzen. Das Institut ist eine wissenschaftliche Lehr- und Forschungseinrichtung, die ihre Arbeit über den Kernbereich der europäischen bzw. europäisch bestimmten Kunstmusik von der Antike bis zur Gegenwart hinaus auf die vielfältigen Erscheinungsformen von Musikkultur richtet. Dabei kommen neben den Ansätzen und Konzepten der historischen Musikwissenschaft solche der Nachbardisziplinen und der Kulturwissenschaft ins Spiel. Ein Ziel der Institutsgründung ist die Intensivierung des Diskussionszusammenhangs zwischen den durchaus verschiedene Schwerpunkte und Ansätze verfolgenden VertreterInnen der betreffenden Fachbereiche. Nicht nur stellt für die an einer Musikuniversität im Bereich der Musikwissenschaft Lehrenden die Forschung eine persönliche Notwendigkeit dar (so wie analog die Dozenten der künstlerischen Fächer in qualifizierter Weise in der künstlerischen Praxis sich betätigen). Vielmehr ist eine Kunstuniversität ohne eine in ihrem Gesamtgefüge institutionell verankerte Kunstwissenschaft undenkbar. Das Verhältnis zu den Instituten für Musikwissenschaft der Universitäten ist nicht zuletzt dank gemeinsamer Projekte, Kooperationen, und Lehre ein partnerschaftliches. Die unterschiedlichen Profilierung des Instituts an der Wiener Musikuniversität und der musikwissenschaftlichen Institute trägt zu einer größeren Vielfalt bei, die den Studierenden, dem nationalen Fachdiskurs und der internationalen Position der österreichischen Musikwissenschaft zugute kommt. Darüberhinaus ist dem Institut die Vermittlungsarbeit über die Universität bzw. den engeren Kreis der Wissenschaft hinaus ein Anliegen. |
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